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Frankreich Télécom-Chef wegen Verschwörung betrogen

Der Chef von France Télécom, Stéphane Richard, wurde der Verschwörung zum Betrug beschuldigt, teilte ein Pariser Gericht am Mittwoch mit. Die Anklage bezieht sich auf angebliche Aktivitäten, bevor er der Firma beitrat.

Die Finanzbrigade der französischen Polizei verhaftete Richard Montag, um ihn über seine angebliche Rolle in einem fünf Jahre alten politischen Skandal zu befragen. Laut der französischen Nachrichtenseite Réseaux et Télécoms wurde er am Mittwoch angeklagt.

Die Vorwürfe gegen Richard beziehen sich auf einen Streit zwischen der Bank Crédit Lyonnais und dem französischen Geschäftsmann und Politiker Bernard Tapie über den Verkauf des Sportartikelherstellers Adidas. Die Streitigkeit wurde von einem vom Finanzministerium ernannten Schiedspanel gelöst, was zu einer Zahlung von 403 Millionen Euro an Tapie führte. Die Ermittler wollen wissen, wie die Entscheidung zur Einsetzung des Panels zustande kam und ob das Schiedsverfahren völlig legal war.

Richard war angeblich durch seine Rolle als Kabinettsdirektor für die damalige französische Finanzministerin Christine Lagarde involviert. Lagarde ist seither Direktor des Internationalen Währungsfonds, während Richard im September 2009 zu France Télécom kam und im März 2011 Chairman und CEO wurde.