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Deutsche Telekom und France Télécom werden zusammen einkaufen

Die Deutsche Telekom und France Télécom bündeln ihre Kräfte, um ihre gemeinsame Kaufkraft zu erhöhen und bessere Deals in Mobilfunknetzen und Smartphones auszuhandeln. Die beiden Netzbetreiber werden einige der Einsparungen, die sie zu realisieren hoffen, an ihre Kunden weitergeben, sagten sie am Montag.

Die beiden Unternehmen haben vereinbart, noch in diesem Jahr ein Joint Venture zu gründen, um Smartphones und Geräte für ihre jeweiligen Mobilfunknetze zu kaufen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden sie auch Hardware und Software für ihre internen IT-Infrastrukturen kaufen, angefangen mit Pilotprojekten für Server und Storage. Die Unternehmen erwarten, dass sie nach drei Jahren durch Skaleneffekte und betriebliche Synergien rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr einsparen.

Einsparungen für die Abonnenten könnten in Form von niedrigeren Tarifen und günstigeren Smartphones erzielt werden. Aber es ist noch zu früh, um Details bekannt zu geben, sagten die Beiden während einer Telefonkonferenz.

Das Joint Venture ist ein Beispiel dafür, wie Mobilfunkbetreiber nach Wegen suchen, ihre Kosten zu senken, da sie einem steigenden Druck auf die Tarife und der Notwendigkeit von große Investitionen in Technologien wie LTE (Long-Term Evolution) Netzwerkinfrastruktur. Die Deutsche Telekom geht davon aus, dass Betreiber mehr denn je in Netze und Infrastruktur investieren werden, da die Datennutzung weiter zunimmt und Mobilfunknetze im ländlichen Raum flächendeckend ausgebaut werden.

Der Gewinn von Geschäften mit dem Joint Venture wird für Netzwerkgeräte und Smartphones wichtiger Anbieter. Vorher, wenn ein Anbieter ein Angebot für das Geschäft der Deutschen Telekom verloren hat, könnte er noch für Orange bieten. Jetzt könnten solche Geschäfte alles oder nichts werden, was den Preisdruck auf die Anbieter erhöht.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Telekom und France Télécom zusammenarbeiten. Im September 2009 haben die beiden Betreiber ihre Mobilfunknetze in einem Joint Venture namens Everything Everywhere gebündelt. Im Februar dieses Jahres kündigten sie Pläne an, neue Bereiche der Zusammenarbeit zu finden, darunter die gemeinsame Nutzung von Funkzugangsnetzwerken in Europa, Wi-Fi-Roaming und M2M-Dienste (Machine-to-Machine). Das Einkaufs-Joint-Venture mit Büros in Bonn und Paris ist das jüngste Ergebnis dieser Pläne.

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