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Bietungskrieg könnte zur Konsolidierung in der französischen Mobilfunktechnik führen

Der französische Mobilfunkbetreiber SFR ist Ziel eines Bieterkrieges zwischen dem Baukonzern Bouygues, der das Netzwerk mit der eigenen Bouygues Telecom-Tochter zusammenführen will, und Altice, Eigentümer des französischen ISP und Kabel TV-Firma Numéricable.

Am späten Mittwoch bot Bouygues an, SFR von Vivendi für 10,5 Milliarden Euro (14,5 Milliarden US-Dollar) und einen Anteil von 46 Prozent an der kombinierten Einheit zu kaufen. Das Angebot sei unter Berücksichtigung des Verschmelzungswerts auf rund 19 Mrd. Euro geschätzt worden.

Auch Altice hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie ein Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an SFR gemacht habe, aber keine Details angegeben habe. In der vergangenen Woche gab es Berichte, dass ein hochgradig gehebeltes Angebot über die Tochtergesellschaft von Numéricable geplant war. Die französischen Regierungsvertreter äußerten Bedenken, dass das Unternehmen mit hohen Schulden nicht in neue Technologien und den Netzausbau investieren könne.

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Vivendi bestätigte, dass die Angebote eingegangen sind. Der Aufsichtsrat werde sie nun unter Berücksichtigung der Interessen seiner Mitarbeiter und Aktionäre untersuchen.

Wenn Bouygues wäre Durch den Zusammenschluss würde sich die Zahl der Mobilfunknetze in Frankreich auf drei reduzieren, was dem neuen Unternehmen einen Vorsprung vor dem bisherigen Marktführer Orange (ehemals France Télécom) und dem noch jungen Betreiber Free Mobile, der ein eigenes 3G-Netz aufbauen würde, verschaffen würde in großen Städten, ist aber immer noch weitgehend abhängig von einem Roaming-Abkommen mit Orange für die landesweite Abdeckung. Bouygues Telecom und SFR würden zusammen auch der zweitgrößte ISP des Landes werden.

Frankreich ist unter großen europäischen Ländern ungewöhnlich, da es nur einen wirklich internationalen Anbieter, Orange, unter seinen vier Mobilfunknetzen hat. Orange hat auch Mobilfunknetze in Spanien, Polen und anderswo und behält Anteile an seinem britischen Joint Venture mit der Deutschen Telekom EE (ehemals Everything Everywhere).

Spanien hingegen hat nicht nur Orange, sondern auch Telefónica mit Standorten in Deutschland, Italien und Großbritannien sowie einer Tochtergesellschaft des britischen Betreibers Vodafone, die ebenfalls in Deutschland und Italien präsent ist.

SFR war einst Teil von Vodafone, aber das Unternehmen gab schließlich seinen Anteil auf Vivendi zeigte sich widerwillig zu verkaufen. Vivendi ist bereit, aus der Telekommunikation auszusteigen, aber SFR, dessen Profitabilität durch den Preiskampf nach der Einführung von Free Mobile Anfang 2012 gedrückt wurde, ist jetzt weniger attraktiv. Die Zusammenarbeit mit Bouygues Telecom könnte es für internationale Käufer interessanter machen.